Geldforschung

Geldforschung

Sammlung  zum Thema Geld(system) – historisch, philosophisch, soziologisch ,oekonomisch + Geldreformer – siehe auch :


neuere Artikel update 10/2021

Digitales Zentral Bank Geld : Geld zwischen Schleier und Tabu (1)


blogs.faz.net/fazit/  12/2020   Die Liquiditätsfalle: Mythos oder Realität?   Von John Maynard Keynes bis Hans-Werner Sinn: Eine Geschichte von Entdeckungen, Erkenntnissen, Interpretationen, Irrungen und Wirrungen. Ein Streifzug durch die Theoriegeschichte.   von Gerald Braunberger 

mikefromffm sagt: 17. Dezember 2020   Lieber Herr Braunberger, vielen Dank für den Überblick über die aktuelle Diskussion. Wie sie korrekt festgestellt haben, gibt es eigentlich nur noch in Deutschland Gläubiger der “Kirche des Monetarismus’”. Das dürfte auch ziemlich sicher die Erklärung dafür sein, warum ausgerechnet in Deutschland “mit Blick auf die Inflation Panik besteht”. Interessant ist die These von Charles Goodhart und Manoj Pradhan. Wobei allerdings deren Hoffnung, dass der Inflationsdruck durch den “Ersatz menschlicher Arbeit durch Roboter und Künstliche Intelligenz” geschwächt wird, nur der erste Schritt sein kann. Ohne Beteiligung der Bevölkerung am Wohlstandsgewinn wird die Nachfrage trotzdem sinken, denn Roboter gehen nicht zum Frisör und nicht ins Restaurant.


academia.edu 2013 – The puzzling sociology of money for the XXI century

2013 Die rätselhafte Soziologie des Geldes für das 21. Jahrhundert  von  Mikhail V Sinyutin

Abstrakt: Der Artikel widmet sich in rein theoretischer Weise der neueren wirtschaftssoziologischen Diskussion über das Wesen des Geldes. Mehrere Umstände und grundlegende Ideen des soziologischen Diskurses, zu denen Werke von Bruce Carruthers, Nigel Dodd, Viviana Zelizer, Geoffrey Ingham und Costas Lapavitsas gehörten, wurden analysiert. Im ersten Teil des Artikels befasst sich der Autor insbesondere mit den ursprünglichen Quellen theoretischer Widersprüche unter modernen Geldsoziologen. Ontologische, epistemologische, methodische sowie politische und ideologische Fragestellungen wurden einbezogen. Der zweite Teil diskutiert die Kernpolemik und die Abgrenzung der führenden Trends in diesem Bereich. Der Autor schließt schließlich mit der Erkenntnis wesentlicher Optionen für die zukünftige soziologische Untersuchung des Geldes.

Geldsoziologie, Wert, Zahlung, Kredit, Währung, Finanzen.     hier den Artikel auf deutsch lesen 


A-Z Autoren


docplayer.org  2012   Literaturliste zu „Geldtheorie und Politik“  Prof. Dr. Ralph Anderegg


docplayer.org   2014  Geld, Kredit und fiktives Kapital –was trägt die Marxsche Theorie bei zum Verständnis der Finanzkrise? Referat zur Kasseler Tagung: Die Finanzkrise –Grundlage für eine Marx-Renaissance? Heiner Ganßmann

Einleitung: Verortung der Marxschen Geldtheorie in der allgemeinen geldtheoretischen Diskussion

… “Bei der skizzierten Einordnung von Marx als Geldtheoretiker wird oft übersehen, dass er zwar einerseits darauf besteht, dass Geld tatsächlich in seiner Funktion als Weltgeld nach wie vor Ware sein muss, mit Gold und Silber in Münzen-oder Barrenform als Geldobjekten. Andererseits macht Marx aber bei der Darstellung der Geldfunktionen und ihrer Entwicklung von vornherein … deutlich, dass sowohl in der “kleinen” Zirkulation als auch im großen Handels-und Finanzverkehr Geldobjekte benutzt werden, die nicht die üblichen Wareneigenschaften … haben.

…”Man kann also davon ausgehen, dass Marx im “Kapital”, 3.Bd., keine ausdifferenzierte Theorie des Finanzsektors einbauen wollte, zumal er die Auffassung vertrat, dass die Aufspaltung des Mehrwerts in Profit und Zins (und Rente) nicht von irgendwelchen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten bestimmt sei, sondern einerseits von der (konjunkturabhängigen) Inanspruchnahme von Krediten durch das Arbeit ausbeutende Kapital und andererseits von der Durchsetzungsfähigkeit der entsprechenden Interessen, die sich im Zyklus in typischen Verläufen verschiebt. Im Aufschwung ist der Zins niedrig und die Profitrate hoch, im Abschwung ist es umgekehrt (434), aber der Zins kann auf Dauer die Profitrate nicht übersteigen. Die Akkumulation von Geldkapital hat zwar keine quantitative, aber eine Sinngrenze: “Wenn aber keine wirkliche Accumulation stattfände, was würde die Accumulation von moneyed claims upon that production nützen?” …” …

see also> David Harvey


metropolis-verlag.de   Geld-Theorie-Geschichte  2019  Jan Greitens

Vollgeld-Initiative, Krypto-Währungen, Modern Monetary Theory… Seit der Finanzkrise ist die Frage nach einem anderen Geldsystem wieder intensiv in der Diskussion. Dabei sind die Ideen nicht neu, sondern haben ihre Wurzeln tief in der Geschichte der Geldtheorien. Über diese Wurzeln und die relevanten Traditionslinien gibt das Buch einen Überblick.

Es werden die zentralen Abschnitte der Geschichte der Geldtheorien vom 14. bis in das 20. Jahrhundert hinein vorgestellt und mittels einer im Verlaufe entwickelten Taxonomie miteinander verglichen. Die Darstellung beginnt mit knappen Überblicken zur Theorie-Geschichte, Geld-Geschichte und Geld-Theorie, ehe dann anhand von einzelnen Autoren die zentralen Gedanken der Geld-Theorie-Geschichte behandelt werden. Für die Zeit der Scholastik sind das Nicolaus Oresmius und Gabriel Biel. Aus der Neuzeit werden, beginnend mit Nikolaus Kopernikus, insbesondere John Law, Alexander Hamilton und Richard Cantillon behandelt. Die geldtheoretischen Diskussionen der ökonomischen Klassik, wie der Currency-School / Banking-School Streit, werden anhand von David Hume, David Ricardo und Thomas Tooke diskutiert. Die deutschsprachige Tradition kommt mit Johann Heinrich Gottlob Justi, Adam Müller und Georg Friedrich Knapp zu Wort. Die marxistischen Diskussionen werden neben Karl Marx durch Rudolf Hilferding beleuchtet, ehe zuletzt mit Carl Menger, Irving Fisher und Joseph Schumpeter auch aus modernen Darstellungen bekannte Personen mit ihren Theorien betrachtet werden. Durch diese personenzentrierte und systematische Vorgehensweise ist eine auch nur ausschnittsweise Lektüre möglich.

Geldtheorie-Taxonomie – Jan Greitens

1965 hat Werner Ehrlicher eine funktionale Systematik der Theorien über das „Wesen des Geldes“ entwickelt. „Wesen des Geldes“ meint die Voraussetzungen, die das Geldmaterial erfüllen muss, um die Geldfunktionen ausüben zu können.

  • Wird das Wesen des Geldes primär aus der Wertaufbewahrungsfunktion bestimmt, betonen diese Theorien „den Warencharakter des Geldes für Entstehung, Funktion und insbesondere für die Wertbegründung.“ Es sind metallistische Theorien, bei denen „Geld (…) nur eine Ware sein [kann], die wegen ihres Eigenwertes geschützt wird, d.h. also einen unabhängig von der Geldqualität existierenden selbständigen Gebrauchswert hat.“ Die Produktionskostentheorie „kann als die der Warentheorie korrespondierende Geldwerttheorie bezeichnet werden.“Auch wenn die anderen Geldfunktionen auch für Warengeld von Bedeutung sind, so ist doch „die Wertaufbewahrungsfunktion (…) die konstitutive (…), aus der die Fähigkeit zur Erfüllung der übrigen Funktionen resultiert.“
  • Wird das Wesen des Geldes primär aus der Zahlungsmittelfunktion bestimmt, basieren diese Theorien auf der rechtlichen Setzung, derer ein Kredit bedarf. Beginnend mit der Konventionstheorie des Geldes, die besagt, dass „das Geld seine Entstehung und Geltung einer Übereinkunft der Menschen, ein bestimmtes Gut als Zahlungsmittel anzunehmen, verdankt“, ist dies der zentrale Aspekt von Georg Friedrich Knapp und seiner Tradition, bei der das Geld „ein Geschöpf der Rechtsordnung“ ist und es durch Proklamation des Staates entsteht.
  • Wird das Wesen des Geldes primär aus der Tauschmittelfunktion bestimmt, sehen diese Theorien die „Primärfunktion des Geldes die wertbegründende Funktion ansprechen, die sie in der Tauschmitteleigenschaft sehen.“ Die Funktionswerttheorie bestimmt das Wesen und den Wert des Geldes von seiner Funktion als Tauschmittel, also als Tauschgut. Die Nachfrage nach Geld ist ein aus der Güterwelt abgeleitetes Bedürfnis.
  • Wird das Wesen des Geldes primär aus der Rechnungsmittelfunktion (also der Recheneinheitsfunktion) bestimmt, wird „nicht auf die individuell konkreten Tauschakte, sondern auf die dahinterstehenden bzw. in einer anderen logischen Ebene liegenden abstrakt quantitativen Zusammenhänge abgestellt.“ Es ist ein abstrakter Maßstab und nicht an einem Standardgut orientiert. Die Anweisungstheorie sieht Geld als „Anweisung“ auf einen dem eigenen Beitrag zum Sozialprodukt entsprechenden Anteil desselben, als „Eintrittsbilletts“. Wesen und Wert liegen nicht im konkreten Tauschgeschehen, sondern im abstrakt-kreislauftheoretisch aufgefassten Zusammenhang zwischen Einkommen, Produktion und Preisen.

Der Ehrlicher-Ansatz ist die Grundlage für eine weitergehende, hier verwendete Taxonomie. Es wird angenommen, dass sich auch der Geldwert aus dem Wesen des Geldes ableitet. Daher sind die Geldwerttheorien Fortführungen der vorherigen funktionsbezogenen Geldwesenstheorien mit der Frage nach der Wertbestimmung. Eine solche Ableitung wird auch für die Wertbestimmung des Kreditgeldes unterstellt.

Die Anwendung dieser Systematik auf die in dieser Sammlung vorgestellten Autoren und Texte, sowie auf weitere Beispiele ergibt folgende Darstellung:

Ehrlicher Ansatz

Je nach zentraler Fragestellung (Geldwesen, Geldwert oder Kreditgeld) befinden sich die Autoren in anderen horizontalen Zuordnungen. Manche Autoren haben sich in den betrachteten Textstellen mit verschiedenen Fragestellungen beschäftigt und tauchen daher auch wiederholt auf. Die Begründung der Zuordnung findet sich jeweils am Ende der Kapitel zu den Autoren im Buch „Geld-Theorie-Geschichte“.   –  vgl. Ehrlicher, Werner (1965): Geldtheorie, In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften, Band 4, 1965, S. 231-258   –   source – geld-theorie-geschichte.de


Gunnar Heinsohn

wikipedia  In collaboration with a famous colleague in Bremen, economist Otto Steiger, Heinsohn criticized the “barter paradigm” of money. Instead of money as a medium of exchange to facilitate barter, Heinssohn replaced it with a property based credit theory of money that stresses the indispensable role of secure property titles, contract law and especially contract enforcement, liability and collateral to create secure, transferable debt titles that central banks will accept as collateral for issuing bank notes.[1][2][3][4]

Interest is being explained as a property premium instead.[5] The paradigm provides institutional microfoundations for monetary theories of production developed in the Keynesian tradition. Credit theories of money have existed since mercantilism but have not become the dominating paradigm in monetary theory.[6][7] Besides promoting their paradigm as an alternative foundation for triggering economic development (much in line with the insights of Hernando de Soto,[8] Tom Bethell[9] and Richard Pipes),[10] Steiger has applied it to an analysis of the eurosystem.[11][12][13][14]

While this approach has similarities with institutional economics, its major differences are (1) a non-universalist, cross-cultural approach that is in line with results from economic anthropology (Marshall Sahlins, Karl Polanyi, Marcel Mauss and others) and strongly doubts on the “homo oeconomicus” concept. It provides instead a specific explanation of various strategies of economic efficiency become functional only in monetary economies based on property and enforceable contracts;.[15][16] Heinssohn proposes a reconstruction of the connection between property, enforceable contracts, interest, credit/money and the banking system and a possible explanation for technical progress and innovation. The difference in innovativity and progress between the monetary economics of antiquity and modern times is being explained as well.[17][18] Heinsohn and Steiger’s model has been discussed in some post-Keynesian circles,[19][20] and it has been criticized by Nikolaus K.A. Läufer.[21]


amazon.de  2020 Mythos Geldknappheit: Modern Monetary Theory oder warum es am Geld nicht scheitern muss Paperback – by Maurice Höfgen 

Klimakrise, Pandemie, Ungleichheit, politischer Rechtsruck ― große gesellschaftliche Herausforderungen, die es zu lösen gilt. Leider scheitern Reformen zumeist an der Frage: „wie sollen wir das bezahlen?”. Weit verbreitete Irrtümer zur Funktionsweise des Geldsystems und ökonomischen Zusammenhängen führen dazu, dass wir den politischen Handlungsspielraum des Staates chronisch unterschätzen ― auf Kosten des Gemeinwohls.

Dieses Buch entlarvt den Mythos der Geldknappheit und skizziert progressive Reformen für eine Zukunft in Prosperität und Nachhaltigkeit ― im Sinne des Gemeinwohls. All das, wozu wir technisch in der Lage sind, und worauf wir uns demokratisch einigen können, können wir uns auch leisten. Ein anderer Wirtschaftsentwurf ist möglich!



Tauschen, sprechen, begehren – Eine Kritik der unreinen Vernunft   von  Jochen Hörisch 

Alexander Kluge im Gespräch mit Jochen Prof. Dr. Jochen Hörisch 2011

Der Geist ist abgeleitet vom Geld – so die These des Literaturwissenschaftlers Jochen Hörisch, der in seinem neuen Buch Kritik der unreinen Vernunft die Erkenntnis vom Kopf auf die Füße zu stellen versucht: Erst tun die Menschen etwas, danach ziehen sie daraus Einsichten. Industrielle Praxis und Welthandel haben die Abstraktionen erst erfunden. Dass das Denken also im Geld und dem Warentausch seine Wurzel hat, macht die Vernunft unrein, aber umso vitaler, sagt Hörisch.

 
Hoerisch auf Alexander Kluge’s Kanal dctp.tv

auch interessant:  Hörisch, J. (2010). Kopf oder Zahl : die Poesie des Geldes


degruyter.com/pdf  2006  Das Ringen um den Geldbegriff   Begriffswandel und Metaphernkonstanz in historischen und zeitgenössischen Geldtheorien   Markus Hundt

  • 1 Semantischer Kampf um den Geldbegriff – ist das möglich?
  • 2 Der Geldbegriff im Alltag: Prototypisch organisierte Konzeptstruktur
  • 3 Der Geldbegriff in den Geldtheorien: Dominantsetzung einzelner Teil-bedeutungen
  • 4 Der unausweichliche Rückgriff auf metaphorische Modelle
  • 5 Radikaler historischer Begriffswandel neben konstanten metaphorischen Modellen
  • 6 Fazit

cover

beckshop  2011  Einführung in die Geldtheorie  Otmar Issing

Das Lehrbuch zur Geldtheorie ist eines der erfolgreichsten Bücher dieser Art. Dem Autor Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otmar Issing, ehemals Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank und »Vater des Euro«, gelingt es hervorragend, den aktuellen Stand der modernen Geldtheorie einfach und konzentriert darzustellen. Der Band gibt den Studenten eine hilfreiche Orientierung in der Diskussion zwischen Keynesianern, Monetaristen und Liquiditätstheoretikern.


Kritik des neutralen Geldes  1999  Franz-Xaver Kaufmann     Leseprobe bei jstor.org


springer.com​  2014  Soziologie des Geldes – Grundlegende und zeithistorische Einsichten – Paul Kellermann

In  Krisenzeiten wird Geld weit mehr Aufmerksamkeit gewidmet als an Tagen wirtschaftlicher Problemlosigkeit. Das zeigt sich im Vergleich der Zeiten vor und nach dem jüngsten Ausbruch der Krisen (Hypothekenmarkt, Banken, öffentliche  Haushalte, Wirtschaftssystem, Arbeitsmarkt). Doch grundsätzlich kann Geld soziologisch als eine mehr oder weniger bewusste Handlungsorientierung angesehen werden, die das Tun der Menschen in den modernen, extrem arbeitsteiligen, Gesellschaften entscheidend beeinflusst: Über das Zahlungsmittel ausreichend verfügen zu können bestimmt, wie das Leben in dieser „Geldgesellschaft“ zu gestalten ist, in der nahezu alles gekauft werden muss, was gebraucht wird. An Geld zu gelangen wird daher nicht nur in wirtschaftlichen Krisen die vorherrschende Orientierung des gesellschaftlichen Handelns. Doch wenn  das konkrete Geld nicht entsprechend durch reale Leistungen (auch des in Krisen ungenutzten Arbeits- und Produktionsvermögens) gedeckt wird, ist es nicht mehr viel wert. Eben so verlieren dann virtuelle Finanzwerte längerfristig ihren Wert. ​


Paul Christoph Martin /wiki  Ausgehend von der Eigentumstheorie des Wirtschaftens[4] der Bremer Professoren Gunnar Heinsohn und Otto Steiger entwickelte er die Theorie des Debitismus, die den Kapitalismus als ein kreditäres Kettenbriefsystem bezeichnet.


campus.de  2013  Macht und Geld – Über die gesellschaftliche Bedeutung monetärer Verfassungen – von Christian Postberg.

Christian Postberg beleuchtet zwei große geldwirtschaftliche Umbrüche: Im europäischen 13. Jahrhundert kam Silbergeld gesamtgesellschaftlich in den Umlauf, es entstand eine Kaufmannsschicht und Arbeit wurde käuflich. Im 20. Jahrhundert wurde statt Vollgeld das Kreditgeld maßgeblich. Der Finanzsektor erfuhr dadurch einen rasanten Aufstieg, während es zugleich zu Instabilität und Inflation kam. Vor dem Hintergrund dieser beiden Umbrüche untersucht der Autor auf der Basis eines machttheoretischen Zugangs, inwiefern sowohl Zwänge und Chancen einer Gesellschaft als auch die soziale Ungleichheit zwischen deren Mitgliedern durch die Art des Geldes geprägt sind. Dabei stellt er eine der dringendsten Fragen des modernen Kapitalismus: Ist Geld in seiner zeitgenössischen Ausprägung noch ein verlässlicher Indikator gesellschaftlicher Bedürfnisse und Abhängigkeite

Inhalt + Einleitung PDF hier

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 Das Versprechen des Geldes   2017 – Eine Praxistheorie des Kredits – von Aaron Sahr

… “Es scheint mir notwendig zu sein, die vorherrschende warentheoretische Ontologie des Geldes (Antwort 1) durch ihre kredittheoretische Alternative (Antwort 2) zu ersetzen. Dieser Wechsel wird von heterodoxen Ökonomen und in der jüngeren Vergangenheit auch von Soziologen gefordert, ist aber weit davon entfernt, Lehrmeinung zu sein. Gleichermaßen sind die bisherigen Versuche der soziologischen Übersetzung heterodoxer Kredittheorie in einem gewissen Sinne noch nicht weit genug gegangen Ich werde deswegen vorschlagen, den Wechsel von der Waren- zur Kredittheorie aus der Perspektive einer Soziologie der Praxis zu lesen. ” (18)

Aaron Sahr_Das_Versprechen_des_Geldes Leseprobe PDF

deutschlandfunkkultur.de/   Theorie der Geldentstehung – Warum man Geld einfach drucken kann
Aaron Sahr im Gespräch mit Christian Möller

…”Geldschöpfung muss in die politische Debatte – Die Gründe für die Schieflage des Geldsystems und die anhaltende Verbreitung überkommener Geldvorstellungen sieht Sahr in einer Gemengelage aus „Unkenntnis, Irrtümern und Interessen“. So profitierten etwa von der Freiheit privater Banken, Geld zu schöpfen, „diejenigen, die mit Aktien handeln oder mit Immobilien spekulieren wollen“.  Für die Zukunft wünscht sich Sahr zunächst ein möglichst „breites, öffentliches Gespräch darüber, was Geld eigentlich ist und woher es kommt“. Denn bisher sei die Frage der Geldschöpfung in der Öffentlichkeit kaum vorhanden.  „Wir haben ständig über Verteilung gesprochen: Wer hat wie viel Geld? Wem darf es weggenommen werden? Wohin soll es dann verschoben werden? Aber die Frage, wie es entstehen sollte und welche Möglichkeiten eigentlich in Geldschöpfung stecken, das gehört einfach nicht zum Inventar unseres politischen Diskurses. Und das müssen wir erst mal erreichen“, fordert der Soziologe.”

soziopolis.de   2015 Aaron SahrEssay  – Von Richard Nixon zur 1.000.000.000.000-$-Münze – Kreditgeld als politische Verknappungsaufgabe 

“In den ersten Wochen des Jahres 2013 hätten die Vereinigten Staaten von Amerika fast die Knappheit abgeschafft – mit einem Geschenkartikel. Die in die Jahre gekommene Weltmacht stand vor einer drohenden Katastrophe, dem zumindest teilweise selbst verantworteten Staatsbankrott. …  In dieser Situation verfestigter Fronten drang über eine Reihe ökonomischer Weblogs plötzlich eine seltsam anmutende Idee an die Öffentlichkeit. Selbst prominente Vertreter der Zunft, wie etwa der Nobelpreisträger und New York Times-Kolumnist Paul Krugman, unterstützten den Vorschlag.[3] Um den Republikanern im Kongress den Wind aus den Segeln zu nehmen und die Insolvenz der Weltmacht zu vermeiden, sollte der Präsident das Department of Treasury anweisen, eine einzelne Platinmünze im Nennwert von einer Billion Dollar zu prägen. Damit hätte die Regierung auch ohne ein Votum des Kongresses finanziellen Spielraum gewonnen.  …

Man kann sich nicht einfach so viel nehmen, wie man möchte, was seinen guten Sinn hat, verlöre Geld andernfalls doch in genau dem Moment seinen Wert, wo eine derartige Selbstschöpfung möglich würde. Deswegen, so lässt sich der Gedanke weiterführen, darf sich auch die Regierung nicht einfach selber herstellen, was sie grade braucht.  Auf der anderen Seite vermerkte der amerikanische Ökonom Richard Duncan, die globale Geldmenge sei zwischen 1970 und dem Jahr 2000 um beeindruckende zweitausend Prozent gestiegen.  …

Der Politik fällt daher eine kaum lösbare Doppelaufgabe zu. Sie muss einerseits für Sicherheit und Stabilität sorgen, um die Fortsetzung des fragilen Kreditprozesses zu sichern, ist andererseits und gleichzeitig aber aufgefordert, Mäßigung, also Skepsis herbeizuführen. Für einen solchen Balanceakt fehlt jedes Patentrezept. Das Wachstum der Schuldenstände und Bankbilanzen zu bremsen, scheint dringend angeraten, machen immer höhere Risiken doch weitere Krisen nicht grade unwahrscheinlicher. Eine Politik, die Mäßigung prämiert, würde aber Verknappung bedeuten, was die Politik unter hohen Selektivitätsdruck setzt. Sie hat Entscheidungen zu fällen und durchzusetzen, die Benachteiligungen nicht vermeiden kann. Denn das Kreditgeld lässt sich nicht für alle gleichermaßen verknappen. Um den sozialen Bias von Verknappungspolitiken auszutarieren und ein letztlich auch für den Geldsektor fatales Austrocknen der Realwirtschaft zu verhindern, muss die Politik mit eigenen Schulden umverteilen, also paradoxerweise gerade einer Reduktion der Schuldenmenge entgegenwirken. Das in einer derart verfahrenen Situation selbst bizarre Lösungen wie die Eine-Billion-Dollar-Münze ihr window of opportunity finden, ist wenig erstaunlich. Es zeigt, dass die Rollenverteilung zwischen der Politik und den Firmen, die disponible Zukünfte herstellen, gerade selbst zur Disposition steht – mit ungewissem Ausgang.”          hier das ganze Essay bei soziopolis lesen


Georg Simmel  Philosophie des Geldes  2016  David Johann Lensing  –  video  –  hier lesenhttps://www.youtube.com/watch?v=VZFy1_bx_h4

 


L&R SOZIALFORSCHUNG – gg pdf   2008  Biographie des Geldes  von  Susi Schelepa, Claudia Sorger


arbeiterkammer.at – gg-pdf   2009   Macht geld Sinn.  Biographie des Geldes   Eine Sekundärauswertung der Studie „Biografie des Geldes“ von  Susanne Schelepa und Claudia Sorger  –  Ulrich Schönbauer

arbeiterkammer.at   Die gegenständliche Untersuchung basiert auf einer Sekundärauswertung der Studie „Biographie des Geldes“ (Schelepa/Sorger, 2009), in der mittels Tiefeninterviews das Einnahmen- und Ausgabenverhalten im Laufe des Lebens nachgezeichnet wurde. Geld bildet den „Sinn des Lebens“ in zweifacher Hinsicht ab. Einmal auf der Erwerbsseite: Wofür will ich Arbeit investieren, um meinen Unterhalt zu bestreiten? Warum arbeite ich also gerade das und nicht etwas anderes? Und andererseits auf der Ausgabenseite: Was tausche ich für meine Arbeitsleistung ein? Für welchen Konsum- und Lebensstandard genieße ich die Freuden und nehme die Leiden des Erwerbslebens auf mich?


eddiejackson.net/PDF   Georg Simmel – The Philosophy of Money –  3rd ed – by Tom Bottomore, David Frisby
In The Philosophy of Money, Georg Simmel presents a remarkable and wide-ranging discussion of the social, psychological and philosophical aspects of the money economy. He provides us with a detailed analysis of the circulation and exchange of commodities, while considering the relationship of money to the human personality, the position of women, individual freedom and other key areas of human existence. Through this
he creates a series of brilliant insights into the forms which social relationships take and gives us a comprehensive analysis of the interrelationships between the most diverse and seemingly unconnected
social and cultural phenomena. This pioneering work by Georg Simmel has increasingly been recognized
as an important and influential economic and sociological text. This edition contains a substantial new preface by David Frisby, in which he reconsiders Simmel’s ideas and theories in the light of historical and
contemporary concerns.


wikipedia.org – Otto_Steiger_(economist)


zinsfehler.com/  2019  Warum können wir unser Geldsystem nicht richtig verstehen?  von Michael Stöcker

“Es ist schon erstaunlich, dass nicht nur Laien ein Verständnisproblem mit einem Medium haben, mit dem wir alle wie selbstverständlich tagtäglich umgehen, sondern insbesondere auch diejenigen, die sich hiermit eigentlich auskennen müssten: Banker und Zentralbanker. Sogar die Deutsche Bundesbank und die Schweizer Nationalbank (SNB) hatten bis zu Beginn der Finanzkrise eine falsche Darstellung der Geldschöpfung in ihren Unterrichtsmaterialien verbreitet und somit zur Verwirrung einen nicht unwesentlichen Beitrag geleistet. Die SNB hat diese Fehler erst 2016 richtig gestellt. …

… Zu Ihrer Frage nach dem fiktiven Kapital: Ja, es gibt sicherlich zu viel fiktives Kapital und es wird auch weiterhin viel zusätzliches fiktives Kapital über den Bankkredit geschaffen, um Bestandsassets zu erwerben (Assetinflation). Dagegen kann man z. B. mit verstärkten EK-Vorschriften der Banken vorgehen (siehe hierzu der Vorschlag von Neel Kashkari) sowie einem antizyklischen Kapitalpuffer bei überdurchschnittlicher Entwicklung der Assetpreise.  Über ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld kann man letztlich einen großen Teil des fiktiven Kapitals erhalten, da hierdurch mittelbar auch die Schuldner liquide gehalten werden und somit Abschreibungen vermieden werden können (indirekte Rekapitalisierung des Finanzsektors). Dadurch entsteht im ersten Schritt zwar zusätzliches fiktives Kapital in Form von Staatsschulden/Zentralbankgeld, aber dieses kann über eine zu reformierende Erbschaftssteuer ex post wieder abgeschöpft werden.”


Mehr!: Philosophie des Geldes (German Edition) by [Christoph Türcke]

Christoph Türcke geht den archaischen Ursprüngen des Geldes nach und entwickelt eine historisch philosophische Genealogie, die von den sakralen Anfängen bis in die Gegenwart reicht. Detektivisch legt er offen, wie es zur „Plusmacherei“ und wie es zur Münze kam. Er stellt das kapitalistische Geldsystem ebenso auf den Prüfstand wie seine sozialistischen Überwindungsversuche und die Hoffnungen auf einen geldlosen Zustand. Im Geld steht die Welt Kopf. Seine ungeheure Faszinationskraft und Dynamik sorgen dafür, dass es zusehends in nichtmonetäre Räume eindringt und sie umkrempelt. Geld besetzt unsere Wünsche und Gedanken – und das keineswegs erst seit der Einführung der Münze oder gar dem Beginn des neuzeitlichen Geldumlaufs. Dennoch ist nicht ausreichend geklärt, was Geld ist – weil nie radikal genug danach gefragt wurde, wo es herkommt. Wer das erfahren will, muss mit Christoph Türcke ins Dunkel der Frühgeschichte eintreten. Von dort aus aber lässt sich das Geheimnis des Geldes lüften. Noch nie ist eine Erklärung des Geldes vorgelegt worden, die so tief und früh ansetzt und dabei so viel Licht in neuere und neueste Geldbewegungen bringt.

amazon Rezensionen

  • “Vielleicht sollten wir statt Adam Smith und Marx ‚Mehr‘ beziehungsweise Chrisoph Türcke lesen!“ 
    Hans Schönherr-Mann, Deutschlandfunk, 27. August 2015
  • “Ungemein aufschlussreich, was Türcke über die Genealogie des Geldes schreibt.“ 
    Dirk Pilz, Frankfurter Rundschau, 31. Juli 2015
  • “Ein großartiger Stilist hat eine anregende Geschichte des Geldes geschrieben.“
    Christoph Fleischmann, WDR, 2. April 2015 
  • “So wie Türcke hat uns bislang noch keiner die ‘Philosophie des Geldes’ beigebracht.”
    SWR, 9. März 2015
  • “In seiner Philosophie des Geldes verbinden sich Psychoanalyse, politische Ökonomie und nicht zu vergessen Theologie zu einem dialektischen Amalgam, dessen gedanklicher Ertrag aber in jeden Fall fasziniert.”
    Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung, 5. März 2015 
  • “Ein Markt der Gedanken zur Geschichte des Geldes.”
    Hans-Peter Kulisch, Philosophie Magazin, Frühjahr 2015 
  • “Es ist ein Genuss, wie vernünftig sich der Autor in diesem Kraftfeld bewegt, ohne jeglichen ideologischen Irrungen anheimzufallen – und dabei noch packend zu schreiben weiß.”
    Robin Droemer, Hohe Luft Philosophie Magazin, März 2015
  • “Eine exzellente Geschichte des Geldes (…) fällt definitiv unter die guten, um nicht zu sagen faszinierenden Bücher, und ist noch dazu glänzend geschrieben.”
    Joseph Gepp, Falter Verlag, 11. März 2015

jstor.orgPDF    1951   SCHEINPROBLEME DER GELDTHEORIE    Otto Veit

“Unbestritten ist die theoretische Forderung nach Einbau des Geldes und seiner Probleme in den volkswirtschaftlichen Gesamtkreislauf. Was in der theoretischen Forschung geschieht, ist meist das Gegenteil.”


Joseph Vogl    Das Gespenst des Kapitals

GM J Vogl Seite  2010  Joseph Vogl  2010   Das Gespenst des Kapitals


cicero.de   2014 MAX WEBER   Herrenlose Sklaverei des Marktes   von Max A. Höfer

https://www.cicero.de/wirtschaft/max-weber-herrenlose-sklaverei-des-marktes/57701

 

grin.com/Hausarbeit   2004  Geld und Geldwirtschaft. Zu Georg Schimmels “Soziologie des Geldes” und Max Webers “Geist des Kapitalismus”    F S FELICITAS SÖHNER 

artneuland.com    2007  Geld als Gottesbegriff?   Norbert Bolz    > Marx, Weber, Benjamin


Der Mythos vom Geld  1995  Die Geschichte der Macht  von Stephen Zarlenga

Zerlanga Mythos Geld  Zerlanga Mythos Geld

Umschlagtext:  Zarlengas umfassende Geschichte des Mythos vom Geld-vom Tauschhandel bis hin zur europäischen Währungsunion, vermag Wissenschaftler, Fachleute und Laien gleichermaßen zu faszinieren.

Dies ist die kritische Geschichte des Geldes und der Währungen. Die oft überraschenden Thesen Zarlengas belegen, daß die säkulare Macht in einer Gemeinschaft vor allem von ihrem Geld- und Bankersystem ausgeübt wird – und nicht, wie wir naiverweise anzunehmen gewillt sind, von Regierungen und Volksvertretern. Während Regierungen und Volksvertreter im Mittelpunkt des öffentlichen interesses stehen, werden die wirklich wesentlichen gesellschaftlichen Fragen oft hinter den Kulissen, in Banken, Börsen und Devisenmärkten, entschieden. Zarlengas These, daß “eine falsche Definition des Geldbegriffs häufig dazu geführt hat, daß bestimmte Gruppen oder Personen Macht über das Geldwesen einer Gesellschaft und damit auch über die Gesellschaft selbst ausüben konnten”, wird mit der Beschreibung der Geschichte dieser monetären Machtausübung – vom Tauschhandel bis hin zum Euro – belegt. Gerade im Vorfeld der Einführung der europäischen Währungseinheit ist das Wissen über die Geschichte des Geldes von entscheidender Bedeutung, denn die Auswirkungen eines monetären Systems werden manchmal erst nach Generationen sichtbar.  Zarlenga legt eine umfassende Geschichte des Geldes und der Währungen vor, die Fachleute und Laien gleichermaßen zu faszinieren vermag und die geeignet ist, unser Gesichtsfeld erheblich zu erweitern.

amazon/kindl – Leseprobe/Inhalt  1998  Die verlorene Wissenschaft des Geldes…

goodreads reviews

wikipedia   (transl)  …”Zarlengas Ansichten werden von zahlreichen Personen unterstützt, darunter Post-Keynesianer wie der Australier Steve Keen und der Amerikaner Michael Hudson  und Mainstream-Ökonomen wie der deutsche ehemalige Bankier Michael Kumhof, der The Lost Science „ein meisterhaftes Werk“ fand. Die in London ansässige Organisation Positive Money fördert die Ansichten von Zarlenga, während im Juni 2018 in der Schweiz ein Referendum über den Vorschlag “Abschaffung des von Banken geschaffenen Geldes” stattgefunden hat. Der Vorschlag wurde “in einem Erdrutsch” mit etwa 76% der Wähler dagegen vereitelt. Im Jahr 2010[15] und erneut im Jahr 2016[16] nahmen die Green Party, USA, in ihrer Plattform zu den wirtschaftlichen Vorschlägen im Einklang mit Zarlengas Vorstellungen über die Verstaatlichung der Fed, die Abschaffung des fraktionierten Bankwesens, die Schaffung durch den Staat nur sogenanntes “schuldenfreies Geld” usw. …”…

youtube

monetary.org  2017  A Celebration of the Life and Work of Stephen Zarlenga, obituaries/messages by eg Joseph Huber, Michael Hudson
 
gaiageld/caw 2021  Obwohl der Autor gut genug positioniert war um die US Regierung zu beraten, fand er anscheinend keinen Verleger in den USA und das Buch erschien zuerst ins Deutsche uebersetzt in einem Schweizer “Esoterik” Verlag?  Das Buch bietet eine detaillierte “chartalistische” Geschichte des Geldes aus einer  ideologisch und akademisch relativ unabhaengigen Perspektive und basiert auf einem sorgsamen Studium aller Literatur die die US-Kongressbibliothek zu bieten hatte. Es ist gefuellt mit unschätzbarer Detail und – Zusatzinformationen über alte und neue Episoden in den Machtspielen um die Kontrolle von “Seignorage” und Geldemission. Obwohl es auf die Muenzgeschichte fokusiert, klammert es Geld als Kredit keineswegs aus. Auch ist es gefuellt mit Argumenten und Fakten im Widerspruch zum  Barter Mythos vom Geld als Markt- und Tauschprodukt. Eine massives Referenzwerk fuer jeden Geldforscher. 

Geldreformer A-Z 

youtube  2019  Wirtschaftsgipfel Bern Interview mit Prof. Dr. Franz Hörmann  

Das Ende des Geldes: Wegweiser in eine ökosoziale Gesellschaft  by Franz Hörmann , Otmar Pregetter

»”Die Zeit der Banken und des Geldes ist vorbei”, schreiben die beiden Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann und Otmar Pregetter. Denn Banken erfinden Geld aus Luft, die freien Märkte sind Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten, unser gegenwärtiges Finanzsystem ist ein reines Betrugsmodell. Die Folge: Der ultimative Finanzcrash droht; damit verbunden, das Ende des Geldes.

Doch die beiden Autoren verbreiten in diesem Buch keineswegs Hiobsbotschaften, wenn sie “grundlegende Veränderungen der Gesellschaft” fordern. Sie zeigen realistische Möglichkeiten auf, wie eine Gesellschaft auch ohne Geld funktionieren kann, und sie bieten einen Wegweiser in eine ökologisch und sozial orientierte Zukunft.«

Franz Hörmann – Das Ende des Geldes – Exzerpte

p6  Nun hängen aber die in astronomische Dimensionen anwachsenden globalen Schuldensummen mit der Methode der Gelderzeugung ursächlich zusammen. Das heute weltweit verwendete Geld entsteht als Schuldschein, es handelt sich somit um Schuldgeld! Wer auch immer glaubt, er könne mittels dieses Geldes seine (Bank)Schulden zurückzahlen, der irrt! Die Erzeugung von Geld ist zugleich eine Erzeugung von Schuld, ihre Rückzahlung daher stets eine Geldvernichtung! Dies ist der zentrale Zusammenhang zwischen Geldsystem und Verschuldung, der jedoch von offizieller Seite nicht oder nur sehr ungern und nur in äußerster argumentativer Bedrängnis eingestanden wird.

p8   Danach weisen wir auf die zentrale Widersprüchlichkeit des heutigen Geldsystems hin, indem wir nachweisen, dass die üblicherweise behaupteten Funktionen des Geldes (Wertmaßstab, Tauschmittel bzw. Wertaufbewahrungsmittel) nicht nur von diesem nicht erfüllt werden bzw. auch überhaupt nicht erfüllt werden können, sondern dass diese sogar in sich selbst widersprüchlich und daher in dieser Kombination schlicht denkunmöglich sind.

p26   Blanchard ,in seinem Artikel „Rethinking Macro-Economic Theory“ vom 16. Februar 2009 äußerte er schwere Bedenken, dass angesichts dieser Krise die Theorie der Invisible Hand (die modellhafte Annahme, dass der freie Markt automatisch und wie von einer Geisterhand gesteuert ein Marktgleichgewicht herstellen werde) neu überdacht werden müsse. Er erwähnte u. a. dass es ein Fehler der monetären Theorie gewesen sei, sich nur auf den Zins und das Inflationsziel zu konzentrieren und der Finanzmarktregulierung/Fiskalpolitik keine große Bedeutung beigemessen zu haben. Sogleich traten die „Prediger der Dogmen des Freien Marktes“ in Gestalt von Otmar Issing und Axel Weber, beide beamtete Würdenträger der Finanzalchemisten, in Aktion und kanzelten Herrn Blanchard in einer Weise ab, die man nur so interpretieren kann, dass sie selbst Opfer des eigenen Bildungssystems geworden sind.

p46  Von Julius Caesar zur Bank von England

p47  John Laws Experimente

p53  William K. Black, einer der wichtigsten US-Bankenprüfer jener Zeit, der in dieser Rolle damals mit diesen Problemen befasst war. Sein Buch sollte daher eigentlich Pflichtlektüre für jede Banker-Schulung und jede Bankaufsicht der Welt sein, wenngleich schon dessen Titel als Kurzfassung genügen sollte: „The Best Way to Rob a Bank is to Own One“!

Auf akademischem Boden wurde der Debitismus, also die Lehre vom Schuldgeld, Geld als Schuld zum Unterschied von Geld als Tauschmittel, vom deutschen promovierten Volkswirt und Wirtschaftsjournalisten Paul Christoph Martin begründet. Zeitgleich, vielleicht sogar schon etwas früher, begannen der Hochschullehrer, Soziologe und Ökonom Gunnar Heinsohn und der Professor für Wirtschaftswissenschaften am Institut für Konjunktur- und Strukturforschung (IKSF) an der Universität Bremen ebenfalls, Geld nicht als Tauschmittel sondern als Schuldregulierungsmittel darzustellen

p57  Der Konkurrenzkampf um die Bankzinsen ist also in Wahrheit die Ursache dafür, dass unser Wirtschaftssystem ein Kampf aller gegen alle geworden ist.

p59   Dann passiert bei vielen Kreditkartenfirmen auch noch Folgendes: Sachbearbeiter überwachen die Kontostände der Kreditkartenkunden. Werden diese Schulden uneinbringlich, dürfen die Sachbearbeiter bis zu einer maximalen Betragshöhe diese einfach ausbuchen, also die Schuld einfach löschen, da die Einbringung sonst zu aufwändig wäre. Die Freunde und Verwandten einiger dieser Sachbearbeiter kennen aber diese Betragsgrenze. Sie wissen bis zu welcher Höhe ihr Freund bzw. Verwandter diese Kredite einfach löschen kann, beantragen eine Karte, geben Geld unterhalb dieser Grenze aus und überweisen es niemals vom Giro- auf das Kreditkartenkonto. Das ist dann natürlich ein „ganz schlimmes Verbrechen“. Das wird von Prüfern auch genau überwacht, die sogar mit eigenen mathematischen Methoden die Häufigkeit kontrollieren, wie oft von einem Sachbearbeiter ausgebuchte Kredite ganz knapp an sein Limit heranreichen. In Wahrheit ist es aber auch nichts anderes, als die „Bankster“-Methode des Kaufes einer Pleitebank in Kombination mit einem nie zurückgezahlten Kredit. Da aber die Beträge viel niedriger und diese Personen kaum mit politischen bzw. finanziellen Eliten verwandt oder verschwägert sind, trifft sie der „strenge Arm des Gesetzes“ wesentlich öfter.

Wer hätte denn schon einmal in den Medien Berichte darüber vernommen, dass Bankeigentümern der Prozess gemacht wird? Vielleicht sehen Sie jetzt auch die sogenannte Subprime-Krise und die Motive der daran beteiligten Personen in etwas anderem Licht. Ein Kreditbrief ist nichts anderes als ein Schuldschein für eine Schuld, die niemals beglichen wird, für welche aber laufend Zinsen fällig und bezahlt werden. Dieser wird sodann an andere Banken verkauft. Die Ratingagenturen vergaben für dieses Finanzprodukt die Bestnote (Triple-A, AAA) sogar ohne Prüfung. War das wirklich alles nur Inkompetenz und Verbrechen? Genauer betrachtet, und vor dem Hintergrund der Funktionsweise des Schuldgeldsystems, erkennen Sie hier, dass es sich um nichts anderes handelt, als die Grundstruktur, nach der weltweit alle heutigen Währungssysteme funktionieren. Dollar, Euro, Yen, britisches Pfund etc. – sie alle sind nichts anderes als Subprime-Kreditbriefe.

Eine Schuld, die nie zurückbezahlt werden wird, nämlich die Staatsschuld, deckt Papier, hier die Geldscheine, die (Staats-)Schuld wird verzinst und der Kreditbrief (Geldschein) als Zahlungsmittel weitergegeben. Wenn also die ungedeckten Subprime-Kredite nicht funktionierten, dann kann auch das gesamte weltweite Geldsystem nicht funktionieren – solange es nicht durchschaut wird, gebührt ihm aber die „Bestnote AAA“. Und glauben Sie uns, amerikanische Banker wissen das genau.

p67  Chefredakteur der Harvard Business Review, Joel Kurtzman, verfasste Buch „Death of Money –

p80  scarcity is a myth

p84  Die Funktionsweise von Geld ist daher nicht neutral, sondern stets interessengeleitet.

p92  Steuern sind in der Tat eine äußerst fragwürdige Erfindung. Wenn der Staat wieder das Recht der Geldschöpfung für sich selbst beanspruchen würde, anstatt dieses den privaten Notenbanken zu überlassen, dann bestünde auch überhaupt kein Grund, den Staatsbürgern Teile ihres sauer erworbenen Einkommens wieder wegzunehmen, denn er könnte jenes Geld, das er benötigt, einfach selbst schöpfen.

Joseph Huber Moentaere Modernisierung
amazon.de    2018  Monetäre Modernisierung: Zur Zukunft der Geldordnung: Vollgeld und Monetative
 
Im letzten Vierteljahrhundert haben sich mehr Finanzkrisen ereignet als je zuvor in einem solchen Zeitraum. Die Wurzel des Problems liegt im Geldsystem. Schon seine Bezeichnung als ‘fraktionales Reservesystem’ mit ‘multipler Geldschöpfung’ weist darauf hin, dass die Geldordnung undurchsichtig und kaum kontrollierbar ist. Das verselbständigte Giralgeldregime der Banken erzeugt überschießende Geldmengen per Kredit und fördert damit Spekulationsblasen, Krisenentstehung und allgemeine Überschuldung, letztlich vor allem die Überschuldung der Staatshaushalte auf Kosten der Allgemeinheit.

In diesem Buch werden die Funktionsweise und die Fehlfunktionen des heutigen Geldsystems dargelegt. Im Anschluss werden verschiedene Reformansätze behandelt, insbesondere der Vollgeld-Ansatz. Dieser beruht auf der Trennung von Geldschöpfung und Kreditvergabe. An die Stelle des Giralgeldes der Banken tritt das vollwertige gesetzliche Zahlungsmittel, das ausschließlich von der unabhängigen Zentralbank in Umlauf gebracht wird. Die spezialisierten Banken sollen den Zahlungsverkehr abwickeln und Aktivitäten in den Bereichen des Kunden-, Immobilien- und Anlagegeschäfts finanzieren, jedoch ohne dabei selbst Zahlungsmittel zu erzeugen. Daraus folgende Vorteile sind sicheres Geld, stabilere Preise und Kurse (keine Assetpreis-Inflation), verstetigte Konjunktur- und Börsenzyklen, ungeschmälerter Geldschöpfungsgewinn zugunsten der öffentlichen Hand sowie übergangshalber die buchstäblich einmalige Gelegenheit, die Staatsschuld weitgehend abzubauen.  Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung.

duncker-humblot.de  1998   Vollgeld  Beschäftigung, Grundsicherung und weniger Staatsquote durch eine modernisierte Geldordnung   von Joseph Huber

Inhaltsübersicht: I. Einleitung und Überblick – Jenseits der industrietraditionalen Sozial- und Geldordnung – II. Die Ausgangslage: Epochenwechsel und Krise des Sozialstaats – III. Das bezugsrechtfinanzierte Grundeinkommen – IV. Finanzierung des Grundeinkommens durch Zentralbank-Bezugsrechte – V. Vom Reservegeld zum Vollgeld – VI. Retribution – Staat und Politik in der gegliederten Gesellschaft – VII. Eine postkapitalistische Sicht auf Wirtschaftsfaktoren, Gewinn, Einkommen und Eigentum – Anhang – Literaturverzeichnis – Namensregister – Sachregister

econbiz.de/  2018   Der Euro : Grundlagen, Krise, Aussichten  Joseph Huber

Joseph Huber analysiert die Euro-Problematik unter geld- und finanzwirtschaftlichen ebenso wie politisch-institutionellen und kulturellen Aspekten. Er geht dabei dem Paradoxon auf den Grund, dass der Euro Katalysator für Stabilitätspolitik und eine ‘immer engere Union’ unter den Mitgliedstaaten hätte werden sollen, stattdessen aber von schlechten alten Gewohnheiten gekapert wurde und die südlichen und nördlichen Euroländer in einer neonationalistischen Konfrontation entzweit hat. Die Währungsunion steht heute am Scheideweg zwischen einem Niedergang in einer fortgesetzten Schulden- und Haftungsunion oder einem Neustart des Euro, der die Nichtbeistandsregel (No Bailout) wieder in ihr Recht setzt, die nationale Verantwortung für nationale Schulden durchsetzt und das Eurosystem in wichtigen Punkten reformiert. Der Inhalt Die ambivalenten Grundlagen des Euro Die Eurokrise ist eine Banken- und Staatsschuldenkrise, die zur Währungskrise s tilisiert wurde Krisenmanagement der Regierungen und der EZB und Ergebnisse dieser Interventionen Die unaufgelöste Krise – der Euro am Scheideweg Die Zielgruppen Lehrende und Studierende der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre sowie der Staats- und Politikwissenschaft, Soziologie und Politischen Erwachsenenbildung Analysten, Publizisten, Politikbereiter und Entscheider in Medien, Verbänden, Parteien, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen Der Autor Joseph Huber ist Emeritus des Lehrstuhls für Wirtschaftssoziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


    

Margrit Kennedy gg seite en 

M Kennedy Buecher deutsch

J.Kamphausen-PDF Leseprobe hier   2011 Occupy Money – Damit wir zukünftig ALLE die Gewinner sind  von Margrit Kennedy

Ein leicht verständliches Plädoyer für neues Geld, das zinsfrei, gerecht und stabil ist. Das Buch liefert eine Argumentation für eine neue Bewegung, die von unten entsteht und die Druck auf Politik und Wirtschaft ausübt, um endlich auch ein Geldsystem zu schaffen, das den Menschen dient und nicht dem Profit. Margrit Kennedy zeigt Wege, wie das Geld wieder zu einer steuerbaren öffentlichen Dienstleistung zum Wohle der gesamten Gesellschaft werden kann statt eine Ware zu sein, die zu einem krankhaften Wachstumszwang führt.


Bernard Lietaer – gg Seite en

B Lietaer Geld Zukunft
langelieder.de  2002  Das Geld der Zukunft – Über die zerstörerische Wirkung unseres Geldsystems und Alternativen hierzu  – Bernard A. Lietaer

langelieder.de  2013  Geld und Nachhaltigkeit –  Von einem überholten Finanzsystem zu einem monetären Ökosystem – Ein Bericht des Club of Rome –  Bernard Lietaer, Christian Arnsperger, Sally Goerner, Stefan Brunnhuber


Christoph Pfluger gg Seite



deutsche geld + wirtschafts blogs etc



> money history en
moneymuseum.com  2011     Money in Other Societies – Traditional Means of Payment from the Kuhn Collection  By Ursula Kampmann  

“It is incredible what has served other peoples as a means of payment at different times! Beetles’ legs and snails, shells and bars of salt, stone axes and glass pearls, all of which are really exotic. It is hard to imagine how people on the market could buy their daily food – and indeed traditional means of payment are quite different from our money in the West. For money in various societies is not the same as money. Even traditional means of payment were not always used in the same way. They are closely connected to the society in which they served as a means of payment. Their use was usually connected to quite definite ceremonies and frequently served to strengthen the ties within a community. The publication guides you through the fascinating world of traditional monies, explaining their most important functions.”

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